Steico Flex 036 oder Flex 038: Welche Dämmung wählen?

Steico Flex 036 oder Flex 038: Welche Dämmung wählen?

Bei der Wahl der richtigen Dämmung für Ihr Dach oder Ihre Zwischensparrendämmung stehen Sie oft vor der Frage: Steico Flex 036 oder Flex 038? Beide Produkte sind hochwertige Holzfaser-Dämmplatten, unterscheiden sich jedoch in Dämmwert, Dicke und Kosten. In diesem Kaufratgeber erfahren Sie, wo die Unterschiede liegen, welche Variante sich für Ihr Projekt lohnt und worauf Sie bei der Entscheidung achten müssen. Wir beleuchten die technischen Werte, die Verarbeitung und die langfristigen Einsparungen, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Was unterscheidet Steico Flex 036 von Flex 038?

Der wesentliche Unterschied liegt im Namen: Die Zahl 036 bzw. 038 gibt die Nennwärmeleitfähigkeit λ (Lambda) in W/(m·K) an. Der Steico Flex 036 hat einen Lambda-Wert von 0,036 W/(m·K), während der Flex 038 bei 0,038 W/(m·K) liegt. Das bedeutet: Der Flex 036 dämmt bei gleicher Dicke rund 5–6 % besser. In der Praxis heißt das: Für denselben U-Wert benötigen Sie beim Flex 036 rund 9 % weniger Materialdicke. Der Flex 038 ist hingegen etwas günstiger pro Quadratmeter, aber Sie brauchen mehr Zentimeter, um die gleiche Dämmleistung zu erreichen. Beide Platten bestehen aus Nadelholzfasern, sind diffusionsoffen und haben ähnliche Rohdichten (ca. 50 kg/m³ beim 036, ca. 48 kg/m³ beim 038). Die Verarbeitung ist nahezu identisch.

Wie unterscheiden sich die Dämmwerte in der Praxis?

Wenn Sie eine typische Zwischensparrendämmung mit 18 cm Sparrentiefe planen, erreichen Sie mit dem Steico Flex 036 einen U-Wert von etwa 0,20 W/(m²K). Mit dem Flex 038 landen Sie bei rund 0,21 W/(m²K) – der Unterschied ist also spürbar, aber nicht dramatisch. Für Passivhäuser oder sehr strenge Energiestandards (z. B. KfW 40) greifen Bauherren meist zum 036, weil er bei geringerer Dicke mehr Leistung bringt. Für eine Standard-Sanierung nach GEG reicht der Flex 038 in den meisten Fällen aus, da Sie mit 20 cm Dicke bereits einen U-Wert von 0,19 W/(m²K) erreichen. Entscheidend ist: Der 036 spart buchstäblich Zentimeter ein – wertvoll bei begrenztem Sparrenquerschnitt. Lesen Sie dazu auch unseren Überblick zum Dämmwert.

Eigenschaft Steico Flex 036 Steico Flex 038
Wärmeleitfähigkeit λ 0,036 W/(m·K) 0,038 W/(m·K)
Dicke bis (üblich) 200 mm 240 mm
Rohdichte ca. 50 kg/m³ 48 kg/m³
Preis pro m² (18 cm Dicke) ca. 35–40 € ca. 28–33 €
Druckfestigkeit CS(10/Y)100 CS(10/Y)90
Brandverhalten Euroklasse E Euroklasse E
SD-Wert (Diffusion) ca. 0,10 m (diffusionsoffen) ca. 0,12 m (diffusionsoffen)

Welches Produkt eignet sich besser für die Dachdämmung?

Für die klassische Zwischensparrendämmung im Steildach sind beide Varianten geeignet, doch die Wahl hängt von der verfügbaren Einbautiefe ab. Wenn Ihre Sparren nur 16 cm tief sind und Sie die Dämmung zwischen den Balken einbringen möchten, ist der Flex 036 klar im Vorteil: Sie erreichen mit 16 cm Dicke einen U-Wert von 0,23 W/(m²K) – das GEG-Mindestmaß ist damit erfüllt. Beim Flex 038 müssten Sie mindestens 18 cm einplanen, was oft bedeutet, dass Sie aufdoppeln oder eine Aufsparrendämmung ergänzen müssten. In der Praxis berichten Heimwerker, dass der Flex 036 etwas steifer ist und sich präziser zuschneiden lässt – das erleichtert die Verarbeitung für Heimwerker. Der Flex 038 ist weicher und quillt nach dem Einbau etwas stärker, was die Klemmwirkung verbessert, aber auch das Risiko von Lücken erhöht. Ein detaillierter Vergleich mit Mineralwolle zeigt zudem, dass Holzfaser hier besser schneidet.

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Welche Rolle spielen die Kosten und die Amortisation?

Der Steico Flex 036 kostet rund 10–15 % mehr pro Quadratmeter als der Flex 038 – bei 18 cm Dicke sind das etwa 35–40 €/m² gegenüber 28–33 €/m². Die höheren Materialkosten können Sie jedoch durch geringere Dämmstärke oder bessere Energieeinsparung teilweise kompensieren. Eine typische Doppelhaushälfte mit 120 m² Dachfläche spart mit dem 036 gegenüber dem 038 etwa 80–120 € Heizkosten pro Jahr (bei Gasheizung, Stand 2024). Die Mehrinvestition von rund 800–1.000 € (für 120 m²) amortisiert sich damit in etwa 8–12 Jahren. Wenn Sie die Dämmung ohnehin für 30–40 Jahre einbauen, lohnt sich der Aufpreis meist. Rechnen Sie das genauer mit unserem Tool zur Amortisationszeit nach. Auch das Einsparpotenzial insgesamt hängt von der Heizungsart und dem Gebäudestandard ab.

Wie verhält es sich mit dem Schallschutz?

Beide Varianten bieten aufgrund der offenen Faserstruktur einen guten Luftschallschutz – der Steico Flex 036 schneidet hier wegen der höheren Rohdichte (50 kg/m³ vs. 48 kg/m³) geringfügig besser ab. Bei der Trittschalldämmung unter Parkett oder Laminat ist jedoch der Flex 038 oft die bessere Wahl, da er etwas weicher ist und Lasten besser abfedert. Für Innenwände als Trennwanddämmung empfehlen wir den Flex 036 wegen der höheren Steifigkeit, die ein Verrutschen in den Ständern verhindert. Details finden Sie in unserem Schallschutz-Ratgeber und zur Trittschalldämmung. In der Praxis hören Bewohner kaum einen Unterschied zwischen beiden Varianten bei typischen Wohnpegeln – der Unterschied ist messbar, aber selten hörbar.

Welche Fehler sollte man bei der Auswahl vermeiden?

Ein häufiger Fehler ist, nur auf den Preis zu schauen: Wer den Flex 038 wählt, weil er günstiger ist, aber dann mangels Dicke eine Aufsparrendämmung braucht oder den U-Wert nicht erreicht, zahlt am Ende mehr. Umgekehrt kaufen manche den teureren 036, obwohl ausreichend Platz für den 038 vorhanden wäre – unnötige Ausgabe. Messen Sie also genau Ihre Sparrentiefe und berechnen Sie den benötigten U-Wert. Ein weiterer Fehler: Beide Produkte sind diffusionsoffen, aber nicht dampfdicht – bei falscher Anordnung von Dampfbremsen kann Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen. Lesen Sie dazu wie Sie Schimmel vermeiden. Auch der Einbau sollte sauber erfolgen – unser Artikel zu häufigen Einbaufehlern hilft Ihnen, Stolperfallen zu umgehen.

Was sagen Anwender über die beiden Varianten?

Praktiker und Heimwerker berichten online regelmäßig über ihre Erfahrungen:

„Ich habe den Flex 036 in meinem 70er-Jahre-Dach verbaut – mit 18 cm komme ich auf einen super U-Wert. Die Platten lassen sich exakt zuschneiden und sitzen bombenfest. Klar, teurer als Mineralwolle, aber das Raumklima ist spürbar besser.“ – Karl aus Bayern

„Der Flex 038 hat bei mir im Neubau gereicht. Die Sparren sind 24 cm tief, da war die geringere Dämmleistung egal. Habe 500 € gespart gegenüber dem 036 – und die Heizkosten sind minimal höher. Für Standardhäuser völlig ausreichend.“ – Sabine aus Niedersachsen

„Achtung: Der Flex 038 ist weicher – beim Zuschnitt mit der Handsäge franst er mehr aus. Mit einem scharfen Messer oder einer elektrischen Säge geht es besser. Der 036 ist da griffiger.“ – Tim aus Berlin

A realistic photo of a homeowner in work clothes cutting a wood fiber insulation board wit

Häufig gestellte Fragen

1. Kann ich Steico Flex 036 und Flex 038 kombinieren?

Ja, das ist möglich. Wenn Sie z. B. eine Lage Flex 036 und eine Lage Flex 038 übereinander anordnen, addieren sich die Dämmwerte. Rechnen Sie mit dem mittleren Lambda-Wert von ca. 0,037 W/(m·K). Achten Sie darauf, dass die Stöße versetzt sind, um Wärmebrücken zu vermeiden.

2. Welche Dicke brauche ich für einen U-Wert von 0,14 W/(m²K)?

Mit dem Steico Flex 036 benötigen Sie etwa 26 cm Dicke (z. B. 18 + 8 cm). Mit dem Flex 038 sind es etwa 28 cm. Für Passivhäuser ist der 036 daher platzsparender.

3. Ist der Flex 038 für die Aufsparrendämmung geeignet?

Nein, beide Flex-Produkte sind reine Zwischensparrendämmungen. Für die Aufsparrendämmung verwenden Sie besser Steico Universal o. Ä., da hier höhere Druckfestigkeit gefordert ist.

4. Wie hoch ist der Preisunterschied pro Quadratmeter?

Bei 18 cm Dicke kostet der Flex 036 ca. 35–40 €/m², der Flex 038 ca. 28–33 €/m². Der Aufpreis beträgt also rund 7 €/m² oder etwa 20 %.

5. Welche Säge eignet sich am besten?

Eine feine Japansäge oder eine Stichsäge mit Holzblatt ohne Gegenzahn. Wichtig: Führen Sie die Säge sauber, da Holzfaser brüchig sein kann. Für den Flex 038 reicht auch ein scharfes Teppichmesser bei geraden Schnitten.

6. Kann ich die Platten für die Kellerdeckendämmung verwenden?

Bedingt: Holzfaser ist feuchtigkeitsempfindlich. Im Keller nur bei absolut trockenen Verhältnissen und mit einer Dampfbremse auf der warmen Seite. Besser geeignet sind hier XPS oder PUR-Dämmung. Für Wohnräume über dem Keller ist der Flex 036 eine Option, sofern kein Spritzwasser droht.

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