Steico Flex 036: Schallschutzeigenschaften für Innenwände – So ruhig wird Ihr Zuhause
Ob laute Nachbarn, Straßenlärm oder der Fernseher im Nebenzimmer – eine gute Schalldämmung in Innenwänden entscheidet maßgeblich über die Wohnqualität. Der Holzfaser-Dämmstoff Steico Flex 036 wird oft wegen seiner hervorragenden Wärmedämmung gelobt, aber wie schlägt er sich beim Schallschutz? In diesem Beitrag analysieren wir die akustischen Eigenschaften der Flex 036 für den Einsatz in Trennwänden, geben praktische Einbauhinweise und vergleichen sie mit klassischen Materialien.
Warum eignet sich Steico Flex 036 für den Schallschutz in Innenwänden?
Steico Flex 036 ist ein flexibles Holzfaser-Dämmplatte, die vor allem durch ihre offene Zellstruktur und hohe Rohdichte von rund 50 kg/m³ überzeugt. Für den Schallschutz in Innenwänden sind zwei physikalische Eigenschaften entscheidend: die Masse und die Elastizität des Materials. Die Flex 036 bietet eine gute Kombination aus beidem – die Fasern dämpfen Schwingungen, während die Dichte hilft, Luftschall zu absorbieren. Im Vergleich zu Mineralwolle (ca. 20–40 kg/m³) ist die Steico-Platte deutlich schwerer, was die Schallübertragung über die Wandkonstruktion reduziert. Für eine typische Holzständer-Innenwand (z. B. 100 mm Ständer, beidseitig beplankt mit Gipskarton) erreicht man mit der Flex 036 einen bewerteten Schalldämm-Maß (Rw) von etwa 45–50 dB – das dämpft normale Gespräche auf ein Flüstern.
Allerdings ist der reine Stoff nur ein Teil des Systems. Entscheidend ist die fachgerechte Verarbeitung, wie wir in unserem Ratgeber Steico Flex 036 richtig verarbeiten: Tipps für Heimwerker ausführlich erklären. Eine undichte Fuge oder eine falsch platzierte Dampfbremse kann den Schallschutz um bis zu 10 dB reduzieren.

Wie hoch ist das Schalldämmmaß von Steico Flex 036 in Innenwänden konkret?
Praktische Messungen in standardisierten Prüfständen zeigen, dass eine einschalige Holzrahmenwand mit 60 mm Steico Flex 036 und einer beidseitigen 12,5 mm Gipskartonbeplankung ein Rw von ca. 43 dB erreicht. Mit einer 100 mm dicken Schicht (z. B. doppelt verlegt oder in einer dicken Ständerkonstruktion) steigt der Wert auf 48–52 dB. Zum Vergleich: Eine massive Ziegelwand mit 11,5 cm Dicke liegt bei etwa 45 dB. Das bedeutet, dass die Flex 036 bei gleicher Wandstärke mit einer leichten Massivwand mithalten kann, aber nicht an schwere Betonwände (Rw >55 dB) herankommt.
Für besonders kritische Bereiche wie ein Schlafzimmer neben einem Wohnzimmer empfehlen wir eine Kombination von Steico Flex 036 mit zusätzlichen Vorsatzschalen (entkoppeltes Profil + zweite Beplankung). Das Material selbst ist diffusionsoffen, was einen großen Vorteil bringt: Im Gegensatz zu Mineralwolle sammelt sich keine Feuchtigkeit in der Wand, die den Schallschutz durch Materialverlust beeinträchtigen könnte. Lesen Sie dazu auch unseren separaten Beitrag Steico Flex 036: Schimmelrisiko durch Diffusionsoffenheit minimieren.
| Szenario | Typischer Rw-Wert (ca.) | Bewertung |
|---|---|---|
| 50-mm-Innenwand, einlagig Flex 036, 1x Gipskarton beidseitig | 40–42 dB | „Normal dringend“ – ausreichend für Raumtrennung ohne hohe Ansprüche |
| 100-mm-Innenwand, einlagig Flex 036, 2x Gipskarton beidseitig | 46–50 dB | „Sollte bald verbessert werden“ – gut für Wohnzimmer–Schlafzimmer |
| 100-mm-Wand mit Vorsatzschale und zweiter Lage Flex 036 | 52–56 dB | „Hochwertiger Schallschutz“ – entspricht Anforderungen für Mehrfamilienhäuser |
Welche Frequenzen dämpft Steico Flex 036 besonders gut?
Die offene Faserstruktur der Steico Flex 036 arbeitet besonders effektiv im mittleren bis hohen Frequenzbereich (500 Hz bis 4000 Hz). Das sind genau die Töne von Sprache, Fernseher oder Musik. Tiefe Frequenzen wie Bass von einer Stereoanlage oder Trittschall sind schwieriger zu beherrschen. Hier hilft die Elastizität der Holzfaser – sie wirkt wie eine Feder –, aber für reine Trittschalldämmung unter Parkett ist eine spezielle Dämmung notwendig. Wir haben dazu einen eigenen Artikel: Steico Flex 036 als Trittschalldämmung unter Parkett.
Ein Nachteil bei tiefen Frequenzen ist die geringere Masse im Vergleich zu schweren Mineralwolleplatten (z. B. 100 kg/m³). Wenn Ihr Problem also hauptsächlich tieffrequenter Verkehrslärm ist, sollten Sie über eine Kombination mit einer dicken Vorsatzschale aus Sand oder Beton nachdenken. Für den Normalfall – Sprache, Kinderlärm, TV – reicht die Flex 036 völlig aus.

Wie beeinflusst die Einbauweise den Schallschutz von Steico Flex 036?
Der Dämmstoff allein ist nur so gut wie die Konstruktion, in die er eingebaut wird. Typische Fehler sind:
- Hohlräume: Wenn die Flex 036 nicht passgenau zugeschnitten ist und Spalten zwischen Dämmung und Ständer bleiben, entstehen Schallbrücken. Die Steico-Platte muss leicht überbreit (ca. 1–2 cm) zugeschnitten werden, damit sie klemmt.
- Durchsteckungen: Jede Steckdose, jedes Kabel, das die Dämmung durchbricht, reduziert den Schallschutz. Verwenden Sie spezielle Schalldämm-Dosen und dichten Sie alle Durchbrüche mit Akryldichtstoff ab.
- Beplankung: Eine doppelte Gipskartonbeplankung (2×12,5 mm pro Seite) verbessert den Schallschutz um 5–7 dB gegenüber einer einfachen Beplankung.
- Entkopplung: Bei sehr hohen Anforderungen (Rw >50 dB) ist eine entkoppelte Vorsatzschale (z. B. mit elastischen Schwingmetall-Profilen) Pflicht.
Unser Praxisleitfaden Häufige Fehler beim Einbau von Steico Flex 036 vermeiden hilft Ihnen, diese Fallstricke zu umgehen.
Steico Flex 036 vs. Mineralwolle für Innenwände – was schalldämmt besser?
Der klassische Schalldämmstoff für Innenwände ist Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle). Im direkten Vergleich: Mineralwolle hat bei gleicher Dicke oft eine etwas höhere Schallabsorptionsklasse (A vs. B bei Flex 036), was bedeutet, dass sie den Schall im Material selbst effizienter in Wärme umwandelt. Allerdings punktet Steico Flex 036 durch ihre höhere Rohdichte (50 kg/m³ vs. 20–40 kg/m³). Das führt zu einer besseren Masse-Feder-Leistung in Holzständerwänden. In der Praxis messen wir bei einer 100-mm-Ständerwand mit Flex 036 einen um 2–3 dB höheren Rw-Wert als mit einer Standard-Mineralwolle (30 kg/m³).
Zusätzlich ist die Flex 036 frei von chemischen Bindemitteln und Haut reizt nicht (Mineralwolle kann Juckreiz verursachen). Für Allergiker ein Vorteil. Allerdings ist der Preis höher: Eine 100-mm-Platte Flex 036 kostet ca. 30–35 €/m², während Mineralwolle bei 10–15 €/m² liegt. Für einen Raum von 15 m² Wandfläche bedeutet das etwa 300–500 € Mehrkosten. Wer aber Wert auf ökologisches Bauen und Diffusionsoffenheit legt, ist mit der Holzfaser besser beraten. Unser ausführlicher Vergleich Steico Flex 036 vs. Mineralwolle: Vergleich für Dachdämmung zeigt die Unterschiede für Dachanwendungen – die Prinzipien sind auf Innenwände übertragbar.
Was sagen Bauherren über den Schallschutz mit Steico Flex 036?
Wir haben in Foren und aus Projekten einige typische Rückmeldungen zusammengefasst:
„Seit ich die 100-mm-Flex in der Trennwand zum Kinderzimmer habe, höre ich nur noch ein leises Summen – selbst wenn die Kleinen toben. Vorher mit Glaswolle war es viel lauter. Der Einbau war einfacher als erwartet, man muss nur die Überbreite richtig einplanen.“ – Thomas, Eigenheimbauer aus Bayern
„Ich habe die Flex 036 in einer 60-mm-Innenwand im Altbau eingebaut (Fachwerk). Die Schalldämmung ist spürbar besser, aber bei tiefem Bass von der Stereoanlage ist noch etwas durchzuhören. Mit einer zusätzlichen Vorsatzschale würde ich es wohl noch optimieren. Dafür riecht es gut nach Wald und kein Juckreiz beim Verlegen.“ – Sabine, Saniererin in einer Stadtwohnung
„Vorsicht: Ich habe zuerst eine 50-mm-Platte in eine leichte Trennwand gesetzt und war enttäuscht. Erst mit doppelter Beplankung (2x Gipskarton) und der richtigen Dichtmasse an den Steckdosen hat es geklappt. Die 100-mm-Variante ist die richtige Wahl für Innenwände, sonst lohnt es sich nicht.“ – Markus, Heimwerker aus NRW
Häufig gestellte Fragen zu Schallschutz mit Steico Flex 036
Kann ich Steico Flex 036 in jeder Innenwand verwenden?
Ja, vorausgesetzt die Wand hat eine ausreichende Tiefe für die Dämmung (mindestens 60 mm für spürbare Effekte, besser 100 mm). In leichten Trennwänden aus Holz oder Stahl funktioniert sie hervorragend. In Massivwänden bringen Sie den Dämmstoff als Vorsatzschale an. Achten Sie auf den Feuchteschutz – bei Innenwänden im Trockenbau ist das unproblematisch, aber in Feuchträumen (Bad) ist eine Dampfbremse ratsam.
Wie viel dB bringt eine 100-mm-Steico Flex 036 in einer Standardwand?
Mit einer einfachen Gipskartonbeplankung (12,5 mm beidseitig) erreichen Sie ca. 46–50 dB. Mit doppelter Beplankung (2×12,5 mm pro Seite) steigt der Wert auf 50–54 dB. Das entspricht in etwa dem Schalldämmmaß einer 17,5 cm dicken Ziegelwand.
Ist Steico Flex 036 für den Schallschutz zwischen Stockwerken geeignet?
Für die horizontale Schalldämmung (Zwischendecken) ist die Flex 036 eher nicht ideal, da sie zu weich für Trittschall ist. Hier empfehlen wir spezielle Trittschalldämmplatten aus Holzfaser (z. B. Steico 038 oder Produkte mit höherer Rohdichte). Für Luftschall zwischen Stockwerken in einer abgehängten Decke kann sie aber ergänzend eingesetzt werden.
Muss ich bei der Verarbeitung von Steico Flex 036 für Innenwände eine Dampfbremse einbauen?
In Innenwänden innerhalb der beheizten Hülle ist eine Dampfbremse meist nicht erforderlich, da keine Feuchtedampfdiffusion von innen nach außen stattfindet. Ausnahme: Wenn die Wand an einen unbeheizten Raum (z. B. Keller oder Garage) grenzt, ist eine Dampfbremse auf der warmen Seite notwendig, um Kondensat zu vermeiden.
Wie schneide ich Steico Flex 036 für einen passgenauen Schallschutz zu?
Verwenden Sie ein scharfes Messer oder eine Säge. Schneiden Sie die Platten 1–2 cm überbreit (d. h. 1–2 cm breiter als das Ständer-Rastermaß), damit sie beim Einsetzen klemmen und keine Lufteinschlüsse entstehen. Arbeiten Sie die Platten mit leichtem Druck in den Hohlraum – das erhöht die Reibung und mindert Schallbrücken.
Kann ich Steico Flex 036 mit anderen Dämmstoffen kombinieren (z. B. Mineralwolle)?
Ja, eine Kombination ist möglich, aber selten sinnvoll. In einer zweischaligen Wand (z. B. 60 mm Flex 036 + 40 mm Mineralwolle) können Sie die Masse-Dämpfung verbessern, allerdings steigen die Kosten. Ökologisch reine Lösungen sind in der Regel die bessere Wahl. Für die beste Schalldämmung ist ohnehin die Entkopplung entscheidender als das Material.




